
Wenn es um Sicherheit und Qualität geht, denken viele Menschen zuerst an Technik, Verfahren und Normen. Gerade in der Luftfahrt ist das selbstverständlich: Konstruktionen werden geprüft, Prozesse zertifiziert, Systeme mehrfach abgesichert. Doch ein Faktor begleitet jedes Flugzeug vom ersten Bauteil bis zur Auslieferung – und er ist weder mechanisch noch digital:
der Mensch.
Die Luftfahrt hat früh erkannt, dass Menschen Fehler machen können – und dass diese Fehler vorhersehbare Muster haben. Aus dieser Erkenntnis entstand ein Konzept, das seit Jahrzehnten zur weltweiten Sicherheitskultur gehört: das „Dirty Dozen“ der Human Factors.
In diesem Beitrag möchte ich erklären, was hinter den Dirty Dozen steckt, warum sie so wichtig sind – und warum wir bei Advansura überzeugt sind, dass dieses Wissen nicht nur im Hangar, sondern überall entlang der Supply Chain und in Produktionsbetrieben einen Unterschied macht.
Das „Dirty Dozen“-Modell wurde in den 1990er Jahren von Transport Canada entwickelt – als einfache und einprägsame Methode, die zwölf häufigsten menschlichen Fehlermuster in der Flugzeugwartung sichtbar zu machen.
Später haben FAA, EASA, viele Airlines und nahezu alle großen MRO-Unternehmen das Konzept übernommen.
Die Idee dahinter ist so einfach wie wirkungsvoll:
Wenn wir wissen, welche Faktoren Fehler begünstigen, können wir sie erkennen – und vermeiden.
Von fehlender Kommunikation über Zeitdruck bis hin zu Müdigkeit: Die zwölf Human Factors tauchen immer wieder auf, egal ob in der Wartung, in der Fertigung oder im Büro.
Genau deshalb ist das Konzept heute ein fester Bestandteil jeder Human-Factors-Schulung in der Luftfahrt.
Ich selbst habe in den letzten Jahren viele Unternehmen begleitet – Zulieferer, Fertigungsbetriebe, Qualitätsabteilungen. Und egal ob es um eine Erstbemusterung, eine Montage, eine Prüfung oder die Bearbeitung eines Arbeitsauftrags geht:
Menschliche Faktoren beeinflussen Qualität jeden Tag.
Nicht nur im Hangar, sondern:
Wir alle möchten sichere, zuverlässige und hochwertige Produkte – für unsere Kunden, unsere Kolleginnen und Kollegen und am Ende auch für unsere Freunde und Familie.
Deshalb ist es unser Anliegen bei Advansura, Human Factors neu zu denken: praxisnah, modern und über die klassische Luftfahrtwartung hinaus. Ein Baustein dieser Sensibilisierung sind unsere neuen Human-Factors-Poster, die hier im Beitrag kostenlos heruntergeladen werden können.
Zu den Motiven:
Für diese Posterreihe nutzen wir moderne KI-generierte Bildmotive. Viele typische Human-Factors-Situationen lassen sich in realen Produktionsumgebungen nur schwer nachstellen, ohne Arbeitsabläufe zu stören oder Mitarbeitende zu fotografieren. KI ermöglicht uns, solche Szenen realistisch und praxisnah zu visualisieren. Sie dienen ausschließlich der Sensibilisierung und Illustration – als Unterstützung für eine stärkere Human-Factors-Awareness im Alltag.
Der Download ist kostenlos. Füllen Sie einfach das Formular aus, und wir senden Ihnen den Link zum Herunterladen zu.
Sie möchten lieber eine hochwertige Druckversion? Senden Sie uns eine Anfrage – je nach Verfügbarkeit lassen wir Ihnen gerne ein Poster im Format DIN A2 zukommen
Kostenloser Download: Human-Factors-Poster „Dirty Dozen“ (Deutsch & Englisch)
Diese Poster eignen sich ideal für:
Damit Human Factors nicht nur ein Schulungsthema bleiben – sondern gelebter Alltag werden.

Missverständnisse gehören zu den häufigsten Fehlerursachen. Eine unklare Übergabe, eine nicht ausgesprochene Info oder „Ich dachte, du machst das“ – und schon entstehen Abweichungen.
Klare Kommunikation ist Qualitätsarbeit.

Ein kurzer Blick aufs Handy, eine Rückfrage, ein externer Impuls – und der rote Faden ist weg.
Fehler passieren oft direkt nach einer Unterbrechung.
Bewusstsein dafür hilft, sie zu vermeiden.

Wenn Werkzeug, Material, Zeit oder Informationen fehlen, wird improvisiert.
Und Improvisation ist der erste Schritt in Richtung Abweichung.
Gute Qualität braucht die richtigen Mittel.

Stress verengt den Fokus. Unter Druck werden Dinge übersehen, Schritte übersprungen oder falsche Annahmen getroffen.
Gute Planung schützt vor Stress – und Stress schützt niemanden.

Leistungsdruck und Termindruck sind real – besonders in der Produktion.
Aber Druck führt zu Abkürzungen, und Abkürzungen führen zu Fehlern.
Tempo ist wichtig – aber nie wichtiger als Qualität.

Müdigkeit schleicht sich ein. Nach langen Schichten sinkt die Aufmerksamkeit, kleine Details gehen unter.
Regeneration schützt sowohl Mensch als auch Produkt.

„Hab ich schon hundertmal gemacht.“
Genau darin liegt die Gefahr: Routine lässt uns Dinge übersehen, die uns früher aufgefallen wären.
Jede Aufgabe verdient Aufmerksamkeit.

Wenn Informationen nicht geteilt werden, entstehen Lücken.
Gute Qualität entsteht gemeinsam – nicht isoliert.
Teamarbeit ist ein Sicherheitsfaktor.

Fehlende Erfahrung oder unklare Anweisungen führen schnell zu Fehlern.
Fragen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Professionalität.
Wissen muss verfügbar sein – und geteilt werden.

„Das machen wir hier immer so.“
Nicht jede Gewohnheit ist gut. Manche schleifen sich ein – und gefährden Qualität.
Standards sind nicht zufällig entstanden.

Viele sehen etwas – aber sagen nichts.
Das ist menschlich, aber riskant.
Mut und Klarheit stärken die Kultur – und die Qualität.

Warnsignale treten oft ganz leise auf: ein Geräusch, eine Lampe, ein Detail.
Wer aufmerksam ist, erkennt sie früh.
Aufmerksamkeit ist Handwerkskunst.
Human Factors sind kein theoretisches Luftfahrtthema.
Sie betreffen jeden Arbeitsplatz, jeden Prozess und jedes Produkt – egal ob in der Fertigung, im Büro oder in der Qualitätssicherung.
Mit unseren neuen Human-Factors-Postern wollen wir ein Bewusstsein schaffen, das wirkt – täglich, praktisch und sichtbar.
Sie möchten das Thema Human Factors in Ihrem Unternehmen vertiefen? Sprechen Sie uns an. Wir unterstützen Sie gerne mit praxisnahen Schulungen, Workshops oder Awareness-Materialien.
Advansura – Wissen, das wirkt.